Warum alles Feedback formativ sein sollte

Ein Lektürehinweis vorab:

Habe mir darüber Gedanken gemacht, weshalb die Leistungskultur an Gymnasien ohne Noten gestärkt werden könnte. Den Text gibt es hier.

* * *

Summatives Feedback gibt es nicht.

Summativ bedeutet, eine Bilanz vergangener Leistungen zu ziehen, Rückschau zu halten. Das kann als Ausgangspunkt eines Reflexionsprozesses sehr sinnvoll sein, ist aber als Feedback- oder Beurteilungspraxis problematisch.

Feedback ist als Beurteilungspraxis »assessment for learning« – also eine Rückmeldung, die dazu dient, das eigene Lernen zu fokussieren, verbessern. In diesem Sinn handelt sich eigentlich gar nicht um eine Bewertung. Gutes Feedback folgt wenigen Regeln:

  • beschreibend, nicht bewertend
  • »offener Blick für Qualitäten« (Ruf/Winter)
  • konkret und brauchbar
  • erwünscht und erbeten
  • klar und präzise formuliert
  • sachlich richtig
  • nicht zu umfassend
  • steht in Bezug zum relevanten Kontext
  • stellt Fragen, statt ausschliesslich Vorschläge zu machen.

Summative Bewertungen erfüllen wenige dieser Regeln. Der Trick, Benotungen als »summatives Feedback« zu bezeichnen, dient dazu, ihnen einen Sinn zu geben, den sie nicht haben. Sie sind nicht lernwirksam. Nur können das Schulen und Lehrpersonen, die Schüler*innen benoten müssen, das so nicht eingestehen.

Deshalb sollte man klar trennen: Es gibt Feedback, das ist formativ. Und es gibt Bewertungen vergangener Leistungen, die sind summativ. Beides hat nichts miteinander zu tun.

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